Weltweit geht die Schere zwischen Überreichen und der breiten Bevölkerung immer weiter auseinander. Während die Zahl der Milliardär:innen wächst und ihre Vermögen rasant steigen, kämpfen viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten und unsicheren Einkommen. Die Dimensionen dieser Ungleichheit sind enorm: Die BMW-Erbin Susanne Klatten verdiente 2024 im Schnitt rund 1,1 Millionen Euro pro Stunde – eine Pflegekraft müsste dafür etwa 53 Jahre arbeiten. Für mich ist das nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern eine zentrale Herausforderung für unsere Demokratie. Denn wirtschaftliche Macht wird zunehmend zu politischer Macht. Besonders drastisch zeigt sich das in den USA am Einfluss von Tech-Giganten wie Elon Musk.
Deutschland ist dabei ein besonders drastisches Beispiel für diese Schieflage: ein Hochsteuerland für Einkommen aus Arbeit, aber ein Niedrigsteuerland für Vermögen. So zahlen Mittelstandsfamilien etwa 43 Prozent Steuern und Abgaben, Multimillionär:innen nur 29 Prozent und Milliardär:innen sogar nur 26 Prozent. Gleichzeitig entziehen multinationale Konzerne Deutschland jedes Jahr rund 30 Milliarden, indem sie Gewinne in Steueroasen verschieben. Dieses Geld fehlt dort, wo es dringend gebraucht wird: für die Sanierung maroder Schulen, Straßen oder in der Pflege.
Wir können uns die Steuertricksereien der Konzerne und den absurden Reichtum ihres Managements und ihrer Anteilseigner nicht mehr leisten. Viele Menschen haben zu wenig, während andere im Überfluss leben und sich ihrer Verantwortung entziehen. Das ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Wir müssen umverteilen und die öffentliche Hand stärken! Wir brauchen eine Steuerrevolution, die diesen Namen verdient hat. Ich kämpfe deshalb für eine Digitalsteuer für Tech-Konzerne, eine Mindestbesteuerung von Unternehmen und eine europaweite Vermögenssteuer. Denn eine Demokratie funktioniert nur dann, wenn sie für alle da ist – nicht nur für die Reichsten.